Freiwilligendienste 2026/2027: Erstmals ist ein Projekt im afrikanischen Regenwald dabei
11.09.2026 - PIENSA!-Stiftung
Der 14. September ist der Tag der Tropenwälder. Er wurde 1989 vom World Wildlife Fund (WWF) ins Leben gerufen und wiederholt sich nun in jedem Jahr am Geburtstag von Alexander von Humboldt. Der Naturforscher erkannte schon früh die Relevanz eines Klimas in Balance - heute ist dies wichtiger denn je. Klima, Vegetation und Mensch sind global miteinander verknüpft. Geraten diese Verknüpfungen, Symbiosen und Abhängigkeiten aus dem Gleichgewicht, beispielsweise durch Artenverlust, Meereserwärmung, Abholzung, hat das Auswirkungen auf das Leben in der ganzen Welt. Die Tropen- bzw. Regenwälder spielen hierbei eine entscheidende Rolle.
Regenwald ist wohl mit der artenreichste Lebensraum der Erde - egal ob der Amazonas in Südamerika, der Ituri-Regenwald in Westafrika oder der Regenwald auf Neuguinea in Südostasien. Aufgrund der unterschiedlichen geografischen Gegebenheiten gleicht kein Regenwald dem anderen. Eines haben sie aber alle gemeinsam: Sie dienen als Stabilisator des Weltklimas, speichern und binden enorm viel CO2 und tragen durch ihre Vitalität dazu bei, die Erderwärmung zu entschleunigen. Man kann Tropenwälder quasi als die "Klimaanlage" der Erde betrachten - und als größter Schatz der Biodiversität.
Der Schutz der Regenwälder ist wichtiger denn je, fällt schließlich jede Minute eine Fläche mit der Größe von 18 Fußballfeldern der Abholzung oder Brandrodung zum Opfer, häufig mit dem Ziel, Plantagen in Monokultur zu errichten oder gerodete Flächen für die Viehwirtschaft zu nutzen. Bemühungen, dieser Zerstörung entgegenzuwirken und die einzigartigen Ökosysteme zu schützen, gibt es zum Glück überall dort, wo es Regenwälder gibt – zum Beispiel auch im Süden von Sambia oder dem Tiefland von Peru.
In beiden Ländern unterstützten wir in diesem Jahr junge Erwachsene, die sich dazu entschieden haben, einen internationalen Freiwilligendienst zu absolvieren. Wie die 20 anderen Freiwilligen zuvor bringen sich beim Schutz der Natur und in der Bildungsarbeit ein - und leisten damit in "ihren Ländern" einen wichtigen Beitrag für den Erhält der Wälder.
Schon viele Jahre unterstützen wir Freiwillige in Projekten im Globalen Süden. Was 2019 in Armenien begann und sich ab dem Jahr 2021 in verschiedenen Ländern Mittel- und Südamerikas fortsetzte ist 2026 auch in Afrika angekommen. Darüber freuen wir uns sehr und stellen die beiden neu geförderten Projekte und Freiwilligen im Folgenden kurz vor:
Yannik aus Stuttgart ist Ende August nach Livingstone, in den Süden Sambias gereist. Dort hilft er bei der Aufforstung des Regenwalds rund um die Viktoriafälle mit. Neben dem Pflanzen neuer Bäume und der Pflege des Bestands werden ökologische Daten erhoben, um die Gesundheit des Ökosystems einschätzen und gezielt Maßnahmen ergreifen zu können, um diesen einzigartigen Lebensraum für eine große Zahl von Tieren und Pflanzen zu erhalten.
Naturschutz beinhaltet in diesem Projekt allerdings nicht nur "Hands-on"-Arbeiten, sondern auch die Aufklärung der Bevölkerung und der die Region besuchenden Gäste über Naturschutz, Ökologie und Umweltthemen. Auch hierbei wird Yannik das Projekt unterstützen und Workshops an Schulen vorbereiten und durchführen.
Ähnliche Aufgaben an einem ganz anderen Ort erwarten Harry, der seit Anfang September das "Proyecto Mono Tocón" im peruanischen Regenwald unterstützt. Er wird in den nächsten Monaten dort Umweltingenieur*innen und Biolog*innen bei ihrer täglichen Arbeit begleiten und sich selbst in diese einbringen. Neben Forschung, Erhaltungs- und Aufforstungsmaßnahmen gehört auch Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung dazu.
Im Fokus des Projekts steht der Erhalt des Lebensraums der vom Aussterben bedrohten "Anden-Springaffen", dem Mono Tocón. Wichtig ist dabei auch auch die Sensibilisierung der Menschen vor Ort. Kinder werden bereits im Kindergarten durch Workshops und Ausflüge an das Thema herangeführt, um die Basis für einen bewussten Umgang mit Natur und dem Lebensraum der nur dort vorkommenen Art zu schaffen.
Die Freiwilligen in diesen, für uns neuen Projekten werden sich und ihre Projekte in den nächsten Wochen noch genauer vorstellen und uns im Verlauf der nächsten Monate über ihre Arbeit berichten. Dies gilt aber nicht nur für Yannik und Harry, sondern auch für Valeria und David. Denn neben den neuen Projekten im Regenwald von Sambia und Peru setzen wir die Förderung von Freiwilligen in uns schon bekannten Projekten in Mexiko und Argentinien fort. Weitere Informationen hierüber folgen schon bald.




